Die sich ankündigende Abwesenheit von schönen Dingen

In meinem Kopf spaziere ich über den Strand. Es ist Ebbe. Im Hintergrund läuft ein gutes Lied und ich beginne über den nassen Sand zu tanzen. Keine Wolke sehe ich am Himmel.

Und dann ist die Flut da.

Ich hatte einen schönen Abend. B. ist zu Besuch da und wir hatten seit Weihnachten das erste längere Gespräch. Dann hat er mich nach Hause gefahren und dann ist die Flut da. Das Gefühl kenne ich schon viel zu gut, wenn einen alles überrumpelt, oder zuerst an die Füße schwappt und bevor man sich versieht, bis zum Kinn reicht. Hello darkness my old friend.

Vielleicht ist es die sich ankündigende Abwesenheit von schönen Dingen. Oder Menschen. Eher Menschen.

Vielleicht fühle ich auch jetzt das, was ich vorhin gespürt haben könnte, wenn ich es zugelassen hätte.

Vielleicht (wieder) die Situation mit I. (Darüber möchte ich jetzt nicht schreiben).


Herr B. hat seine alten Unterlagen zu mir wieder gefunden. Und ja, er hatte mal Cowboy-Stiefel. Das erste freut mich irgendwie, das zweite bestätigt, was meine Mutter meinte. Es ist gut, wieder in Therapie zu sein. Es ist nicht so, dass ich mich darauf freue oder dass ich mit einem riesigen Gefühl der Erleichterung rausgehe wie oft bei Herr S. Aber es ist gut. Ich habe noch so viele Fragen an mich. So vieles, das ich nicht verstehe. Wer weiß, ob ich eine Antwort oder nur mehr Fragen erhalte. Aber das ist auch irgendwie irrelevant.

Genauso wie mit dem Schreiben zeigt sich der Erfolg erst später. Wenn man zurückblickt. Und für den Moment ein Ventil. Für den verschimmelten Dreck, der da im Sieb liegt.

Komisches Ende.