Rebell ohne Mut

Jede Banane hat zwei Seiten.

Die eine ist, dass ich untergewichtig bin. Und vermutlich mehr Bananen essen sollte. Das hat mir Herr B. geraten. Und ich schätze er hat Recht. Sicher bin ich mir, wie mit allem, nicht. Mehr Bananen in meinem Müsli morgens wird schon irgendetwas positives bewirken. Aber ich weiß es nicht. Und was ich nicht weiß, darauf geb ich \’nen Scheiß.?

Die andere Seite der Banane ist, dass ich versuche, mehr regionales Gemüse und Obst zu kaufen. Da passt die Banane nicht so richtig ins Konzept. Ich mache die Banane zu dem Luxusgüter, der sie sein sollte. \”Sie wollen die Welt retten\”, hat Herr B. gefragt. \”Ja, ich will die Welt retten\”, habe ich geantwortet. Es ernst gemeint, mir gleichzeitig der Wahnwitzigkeit dieser Aussage bewusst gewesen.

Wie passen jetzt diese beiden Seiten auf die selbe Banane?

Vielleicht ist eine Banane ja ein Möbius-Ring und hat nur eine Seite. So wie das, was ich mache, nur das, was ich mache ist. Und nicht irgendwelche Muster sind, mit denen ich mich selbst bestrafe oder schädige. Und auch nicht irgendein einsamer Kreuzzug nach Elysium, von dem ich niemandem etwas erzählen kann, aus Angst, ausgelacht zu werden.

Gehört es zum Rebell-sein dazu, Menschen um sich zu scharen, die das selbe denken, sich auszutauschen und einen Weg gemeinsam zu gehen? Geht es beim Mensch-sein dazu, sich und andere immer und immer wieder zu verneinen, ständig an allem und jedem zu zweifeln und am Ende festzustellen, nichts erreicht zu haben, weil man allein gekämpft hat?

Darauf hätte ich gerne eine Antwort.